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Berlin, Berlin

Kategorie: Vermischtes
11. Februar 2008
Autor: Christophe

Reise in die verbotene Stadt

Dialog, sinngemäß aus dem Gedächtnis aufgeschrieben nach einer fünfstündigen Fahrt nach Berlin. Die Meinungen der Sprechenden sind unverfälscht, und der kleine Junge hat sich redlich bemüht, die Rolle des Chors in der griechischen Tragödie zu übernehmen:

Ich: “Kommt ihr aus Berlin?”

Fahrerin: “Nö. Und ich hau auch so schnell wie möglich wieder ab.”

Mitfahrerin: “Ja, aber ich geh bald.”

Ich: “Wieso?”

5jähriger Sohn von Mitfahrerin: “Ich hab schon Muckis!”

Mitfahrerin: “Klappe. Sonst gibt’s heut Abend kein Fernsehen!”

Fahrerin: “Alles verboten - schmutzige Autos … Zigaretten …”

Mitfahrerin: “… keine Jobs …”

Fahrerin: “… und ständig kalt hier!”

Mitfahrerin: “Nicht mal die Hunde kacken hier umsonst!”

Ich: “Aber Sharukh Khan ist in Berlin!”

Mitfahrerin: “Oh ja … der ist gut …”

5jähriger: “Kommt der im Fernsehen?”

Fahrerin: “Manchmal…”

Ich: “In Mainz ist Rauchen inzwischen auch verboten.”

Mitfahrerin: “Und? Interessiert das da irgendjemanden?”    [...mehr]


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Autor: Christophe

Ab Freitag dürfen Bußgelder erhoben werden.

Ich wohne in unmittelbarer Nähe des S-Bahn-Ringes. In den letzten zwei Monaten habe ich ein interessantes Phänomen beobachtet: Das tendenzielle Umparken. Ich möchte diesen Begriff schützen lassen; er wird in Zukunft noch häufiger gebraucht werden, und dann möchte ich Tantiemen kassieren. Worum geht’s? Ganz einfach: Seit die Umweltzone in Kraft getreten ist, parken immer mehr Autofahrer ihre fahrbahren Untersätze außerhalb des S-Bahn-Ringes statt innerhalb wie früher. Das spart ihnen unter Umständen die teure Plakette. Gar nicht so ungeschickt, könnte man meinen, wenn auch langfristig vermutlich zwecklos. Denn Umweltzonen sind wie Pilze; sie nehmen immer größere Flächen ein, erst heimlich, sodass es keiner merkt, und dann plötzlich an der Oberfläche, und alle müssen blechen. Das ist, im Übrigen, ab kommenden Freitag der Fall: Wer ohne Umweltplakette innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings erwischt wird, muss mit einer Geldbuße von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Leider fehlt mir das nötige Kleingeld, um eine kongeniale Geschäftsidee umzusetzen: Ein dicker Parkplatzring, der den S-Bahn-Ring umschließt. Haha! Damit ließe sich Geld machen …

Die vernünftige Lösung.

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Autor: Riko

Firmenwagen

Allein in Berlin geht die Handwerksinnung davon aus, dass von 90.000 Handwerker-Autos allein 20.000 keine Plaketten erhalten haben, um mit ihrem Fahrzeug in der Umweltzone fahren zu können. In Berlin erstreckt sich die Umweltzone innerhalb des S-Bahn-Ringes und darf nur mit einer zugelassenen Plakette oder einer Sondererlaubnis durchfahren werden.

Gerade kleine Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Gerüstbau, Gebäudereinigung, Betonbau und Rohreinigung leiden unter der neuen Regelung. Sie können mit ihren Fahrzeugen keine Aufträge mehr in der Berliner Innenstadt anlegen, weil für diese ihre Autos zwingend notwendig sind. Die Neuanschaffung von zulässigen Fahrzeugen oder das Umrüsten der eigenen Autos stellt eine enorme finanzielle Belastung, der viele Firmen nicht standhalten können.

SchildExperten gehen davon aus, dass allein im Bereich Gas-Wasser-Installation rund sieben Prozent aller in Berlin beheimateten Firmen im Laufe dieses Jahres ihren Betrieb einstellen müssen, weil sie keine Aufträge in der Innenstadt annehmen können. Das Risiko, bei einer „illegalen“ Fahrt durch die Umweltzone ertappt zu werden, möchte viele angesichts von 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg, möchten viele nicht eingehen.

Die Handwerkerinnungen versuchen mit einer Internetplattform, wo sie über Finanzierungsmöglichkeiten und Alternativen informieren, den Handwerker Unterstützung zukommen zu lassen. Dies ist aber aufgrund der hohen Zahl von Kleinbetrieben nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Langfristig wird die Perspektive für Firmen ohne Fahrzeuge, die für die Umweltzone zugelassen sind, eher schlecht sein.    [...mehr]


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Autor: Christian

Mit dem 1. Januar 2008 trat in Berlin, gleichzeitig mit Köln und Hannover - eine der ersten bundesdeutschen Umweltzonen in Kraft. Kraft des Gesetzes dürfen nun nur noch Fahrzeuge mit der grünen Plakette frei in die ausgewiesenen Zonen einfahren. Wer keine Plakette hat oder auch keine erhält und trotzdem die gewohnten Wege fährt, wird mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in Flensburg belegt - aber erst ab Februar.

Heiß wurde sie diskutiert, gestritten wurde auch, Sammelklagen angekündigt - Und wie sieht es nun aus, da sie da ist?

Typisch berlinerisch, würde ich sagen, alles wird mit Gelassenheit und einem gewissen Achselzucken umgesetzt. Erstens bleibt ja noch die straffreie Übergangszeit, in der nur Ermahnungs- oder Erinnerungszettel verteilt werden. Zudem hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einer Stichprobe rund um den Potsdamer Platz und das Brandenburger Tor festgestellt, das in Berlin bereits rund 75 Prozent der Kraftfahrzeuge über den grünen Freifahrtschein verfügen. Plaketten-Kontrolle der DUH

Der Rest waren zumeist Ausländer, die nicht von der Regelung wussten oder Besucher aus dem Umland, die sich für den Kurzbesuch während der Übergangsfrist noch keine Plakette besorgt hatten. Aber insgesamt stellten die Plakettenkontrolleure der DUH fest, das man Ihnen mit viel Verständnis begegnete.
Auch die Bezirke stehen zum Teil noch n den Startlöchern, so sind in Mitte die Hinweiszettel noch im Druck, während im Bezirk Charlottenburg-Schöneberg bereits am ersten Tag 540 Fahrzeuge ohne Plakette gezählt wurden.

Mich erinnert das Ganze ein wenig an die Aufregung um die Kat-Plaketten, die einst jeder haben MUSSTE, die dann aber nie von Bedeutung waren. Aber jetzt geht es ja um Feinstaub, da wird dann hart durchgegriffen - und ehrlich gesagt, gut, dass da was passiert. Leider ist überhaupt noch nicht klar, wie viele der Staubschleudern dann draußen bleiben müssen. Die Messwerte der Umweltstationen werden zeigen, was es letztendlich bringt. Auf jeden Fall werde ich mich nachher auf den Weg machen und die Plakette besorgen, zu Fuß natürlich, das schont die Umwelt am meisten!

Die CO2-Steuer droht und bald auch noch eine Strafe für den Ausstoß von Stickoxiden - Ich frage mich manchmal, warum man dies nicht auch als Begründung für ebenfalls zum Jahreswechsel in Kraft getretene Rauchverbot genommen hat….    [...mehr]


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Die Umweltzone kommt

Kategorie: Politik
14. Dezember 2007
Autor: Christophe

In drei Wochen kommt die Umweltzone, und die Bedenken derer, die sie umsetzen sollen, werden immer lauter.

Es ist ein bisschen wie früher, wenn ich prahlte, vom 10-Meter-Turm springen zu wollen; dann kletterte ich hoch, aber oben, kurz vor dem Sprung, hatte ich ganz weiche Knie. Die Organe, welche direkt an der Umsetzung eines voreilig getroffenen Entschlusses beteiligt sind, protestieren immer zuerst. Und meistens vergeblich. Natürlich sprang ich, was hätte ich denn tun sollen? Und ein paarmal tat es richtig weh. Inzwischen hüte ich mich vor öffentlichen Badeanstalten.

So ist zurzeit der Stand der Dinge in der Berliner Innenpolitik: Über die Notwendigkeit der Umweltzone (jedes Auto bekommt dann eine Plakette, mit der sie dann in die Innenstadt dürfen) ist man sich schon lange einig. Damit werden sicherlich eine Menge Gebrauchtwagen eine Plakette bekommen, auf der draufsteht:”Du kommscht hier net rein”, aber die praktische Umsetzung wirft einen Haufen Probleme auf, mit denen sich niemand so recht beschäftigen möchte. Darf das Ordnungsamt zu Neujahr Bußgelder und Flensburger Punkte verteilen? Viele Politiker schlagen vor, eine Kulanzfrist von einigen Monaten zu gewährleisten - dem widerspricht Polizeisprecher Andreas Polley: Ein Polizist, erklärt er, dürfe bei einem Bußgeld von 40 Euro nicht einfach ein Auge zudrücken. Damit verstoße er gegen seine Pflichten. Will man den Polizisten überhaupt erst die Möglichkeit geben, über vorläufige Verstöße hinwegzusehen, muss diese gesetzlich festgelegt sein. Andernfalls werden Bußgelder verteilt.

Die Politik ähnelt mal wieder einem großen Marktplatz, auf dem die Marktschreier ihre Produkte lauthals anpreisen. Wer am lautesten schreit, bekommt die meisten Kunden, wer in der Politik am meisten und lautesten schreit bekommt oftmals recht  nur um endlich ruhig zu sein.

Tja, schade. Dass Entscheidung noch angepasst wird, ist eher unwahrscheinlich. Ich wäre ja wohl kaum vom 10-Meter-Turm wieder runtergeklettert, wie sieht das denn aus. Und was denken die Freunden, von den Feinden ganz zu schweigen? Manchmal bin ich froh, dass ich kein Auto habe.

Ab 1.1.2008: Die Umweltzone auf 88km²

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