» Knut

Autor: Christian

Berlins liebster Tierpfleger ist gestorben.

Thomas DörfleinThomas Dörflein ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Die Ursache - höchstwahrscheinlich Herzversagen. Er starb, wie die Berliner Morgenpost berichtete, nicht am Arbeitsplatz, sondern bei Freunden.

Dörflein war durch den Ruhm seines Eisbären-Zöglings Knut ebenfalls berühmt und ist 2007 sogar Berliner des Jahres geworden. Dabei hatte man den Eindruck, dass er eher unfreiwillig zum Lieblingsobjekt der Medien avancierte.

Ich habe über Thomas Dörflein meine Witze gemacht - aber eins hat mich doch sehr überrascht. Der Mann machte einen kerngesunden und lebendigen Eindruck. Wenn so jemand, der vor Energie zu sprühen scheint und dabei wohl noch ein sehr freundlicher Mensch war, bereits in diesem Alter stirbt, ist das eine Tragödie. Deswegen wünsche ich seinen Angehörigen und Freunden alles Gute, und dass sie mit diesem schweren Verlust so gut wie möglich zurecht kommen.    [...mehr]


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Autor: Christian

Tiger Rückansicht

Berlin hat ein neues Hype-Kuscheltier. Jedenfalls wird Tigerbaby Antares, welches mit zur Zeit zarten sechs Wochen Alter im Berliner Tierpark herumtobt, von den Medien schnellstmöglich aufs Knut-Podest gehievt.

Ruhm durch den Sog des Sommerlochs - so oder so ähnlich könnte man das umschreiben. Der kleine Antares hat nämlich mit Knut nun mal so gar nichts gemeinsam, außer dass er auf Fotos auch winken kann. Ansonsten ist er glücklicher Sohn seines Bruders und seiner Mutter, was bei Tigern wohl nichts ungewöhnliches ist. Er hat also keinen potentiellen Popstar Pfleger á la Dörflein und ist auch kein Waise.

Süß ist er, keine Frage. Wenn Ihr also Kinder habt, denen ihre Kuscheltiere langweilig geworden sind - zum einmal in den Tierpark (nicht der Zoo, übrigens. Tierpark Friedrichsfelde) gehen, drauf zeigen und “ooooh!” machen reicht Antares völlig aus.    [...mehr]


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Autor: Christian

Knut: Ein Eisbär bewegt die Massen. Der Polar- isierende Liebling vieler Kinder und ihrer Eltern ist gleichzeitig das liebste Hassobjekt derjenigen, die nicht verstehen können, was an dem Eisbären und seinem bemüht lockeren Tierpfleger mit Bart dran sein soll. Es ist ja nicht so, als würde in Zoos und Tierparks nicht regelmäßig Nachwuchs geworfen.

Berlin Zoo Knut spielt © flickr / azrael74Baby Knut © flickr / Andrea & StefanBerlin Zoo Knut schläft © flickr / trespassers william

Was ist an Knut also so besonderes, dass er, beispielsweise, gegenüber einem jungen Stachelschwein oder süßen Baby- Elefanten dermaßen markant hervorsticht? An seinem Geburtstag im Dezember bekam der Bär sogar eine Fisch- Torte. Wenn die Seehunde des Zoos da mal nicht neidisch wurden: Schließlich verrenken sie sich für Fisch täglich den Hals und müssen möglichst publikumswirksame Kunststücke vollführen – Knut indes tut eigentlich nichts, außer herumzuliegen und die Schreie seiner Fans zu genießen.

Somit hat die Zoowelt hier ihren ersten selbst geschaffenen Superstar. Bisher wurden Tiere eher durch Auftritte in Fernsehserien oder Filmen berühmt. Klar, dass sich die Knut- Vermarkter auch diese Sparte nicht entgehen lassen. Nachdem Knut Stofftiere, Poster und Tassen beschert bekommen hat, startet jetzt ein Kinofilm mit dem familienfreundlichen Titel „Knut und seine Freunde“.

Berlin Zoo Knut der Eisbär © flickr / azrael74Doch von anderer Seite drohen Problemwolken: Der Zoo Neumünster meldet Besitzansprüche am berühmten Eisbär an. Notfalls soll geklagt werden, wenn der Zoo Berlin nicht bereit ist, eine Entschädigung zu zahlen. Etwas verwunderlich, dass diese Attacke aus Neumünster erst jetzt stattfindet: Anscheinend wurde gewartet, bis Knut durch den Film wieder im Rampenlicht steht, um die Berliner auch richtig unter Druck zu setzen.

Damit wird die Zoowelt Deutschlands endgültig zum Stargeschäft: Ich prophezeie eine Nacht der Zoo- Stars, auf der die Tiere aus dem Fernsehen samt Pflegern herumflanieren und sich beschnuppern können. Natürlich live im Fernsehen, mit Fans und rotem Teppich. Nur das mit den Autogrammkarten wird schwierig, hier muss sich Knut vielleicht von ein paar Affen helfen lassen.

Knut liebt sein Spielzeug © flickr / azrael74

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Knut hat Geburtstag

Kategorie: Vermischtes
5. Dezember 2007
Autor: Christophe

Der weltberühmte Eisbär Knut hat heute Geburtstag. Wie die Zeitungen berichten, haben sich “Journalisten und Besucher aus aller Welt” zu dem Ereignis angemeldet.

Knut? Ein Frotteehandtuch?

Würde mich nicht wundern, wenn Jean-Luc Godard, der am Wochenende den Europäischen Filmpreis verschmäht hat, heute am Gehege auftaucht. Vermutlich wird auch Gabriele Pauli (ehemals CSU) vorbeirauschen und die versammelten Pressevertreter auffordern, sie zu interviewen, sie hat nämlich auch zu einjährigen Eisbären eine Meinung; möglicherweise möchte sie die Eisbärigkeit im Allgemeinen auf sieben Jahre beschränken. Ob Knut-Pate und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorbeikommt, um seinem Patenkind die Tatze zu schütteln, gilt als zweifelhaft - die Wärter würden möglicherweise den Problem- nicht mehr vom Knuddelbär unterscheiden können. Auch die Bundeskanzlerin kann sich ein Treffen mit dem beliebten Polarbären nicht leisten: Sie trifft jetzt überhaupt keine Exilanten mehr, das ist ihr zu heiß; man weiß schließlich nie, wie die Volksrepublik China reagiert.

Wer kommt denn? Nun, man rechnet mit diversen TV-Journalisten, die sich schon letztes Jahr über die Sommerpause retteten, indem sie Liveschaltungen aus dem Eisbärengehege sendeten. Im Zweifelsfall kann man den deutschen Zuschauer mit einem träge herumliegenden, überdimensionalen Frottee-Handtuch begeistern. Zoo-TV galt ja zwischendurch als der große Renner; inzwischen besinnt man sich auf die Liebesnöte alleinstehender Bauernkerls.

Übrigens hat der Berliner Zoo sich gut auf die Party vorbereitet: Der Direktor persönlich gedenkt, seinem Lieblingsklienten eine Torte mit gefrorenen Fischen zu überreichen. Anschließend sollte er das Gehege möglichst kurzfristig verlassen. Man sagt, Bären seien Raubtiere.    [...mehr]


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Was wird aus Nummer 1?

Kategorie: Vermischtes
2. Dezember 2007
Autor: Christophe

Es raschelt wieder im Blätterwald rund um Problembär K. (1).

Als Lars und Tosca einander im Sommer ‘99 kennenlernten, schien es die perfekte Beziehung. Der sechsjährige Draufgänger war erst vor Kurzem vor seinem gewalttätigen Vater Michi aus München nach Berlin geflohen. Die dreizehnjährige Tosca blickte damals schon auf eine wechselhafte Karriere zurück; sie war ein paar Jahre mit einem Wanderzirkus unterwegs gewesen. Eines führte zum Andern, Tosca war bald schwanger.

Die Geschichte von Tosca und ihren Kindern wurde in den Medien fast so erschöpfend dargestellt wie die Kinderpolitik der Bundesregierung. Die Tragödie um den kleinen K. hat ein glimpfliches, nicht unbedingt glückliches Ende gefunden; Nebendarsteller waren ein toter Eisbär und ein bärtiger, mütterlicher Tierpfleger. Und der Politbär Gabriel übernahm sogar die Patenschaft für das Ding vom Pol. Man hätte meinen können, dies sei das Ende der Geschichte.

Der Vater war bloß ausgeliehen

Aber dieser Tage ist der Bär wieder in diversen Blättern aufgetaucht, als bekannt wurde: Vater Lars war bloß ausgeliehen. Die Frucht seiner Lenden gehört dem, dem die Lenden gehören. Einem etwas frauenverachtenden Ausleih-Vertrag zurfolge hat Lars’ Heimatzoo Anspruch auf alle “ungeraden” Kinder (1,3,5,7, …), der Berliner Zoo muss sich mit den “geraden” (beispielsweise Nr. 2, tot) begnügen. Summa summarum: Knut gehört dem Zoo Neumünster.

Die (derzeit) Erziehungsberechtigten des Problembären winken lässig ab; eine Entscheidung über die Zukunft von Nr. 1 werde frühestens im Sommer getroffen. Vorerst bleibt das Polarding in Berlin. Ich kann gar nicht sagen, wie egal mir das ist.    [...mehr]


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