» BVG

Autor: Daniel

Seit Mitternacht wird abgestimmt: Sollten mehr als 75% der Gewerkschafter zustimmen, dann könnte die BVG ab Mitte nächster Woche in (gegebenenfalls auch unbefristete) Streiks treten. Eine Zehntagefrist wolle man der Arbeitgeberseite noch lassen, um ein besseres Angebot vorzulegen. Danach sei, Zustimmung der Gewerkschafter vorausgesetzt, im Prinzip alles möglich. Gleichzeitig hat Verdi versichert, man wolle eventuelle Streiks frühzeitig ankündigen, um die Einwohner Berlins nicht unnötig zu belästigen. Seltsame Streiks sind das; mit vorbeugender Schadensbegrenzung.

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Streikwoche in Berlin

Kategorie: Politik
18. Februar 2008
Autor: Christophe

Jetzt bricht sie also an, die große Streikwoche in Berlin: Die Gewerkschaften im Öffentlichen Dienst wollen an mehreren Tagen ihre Arbeit niederlegen. Das gilt neben anderen für Angestellte der Universitäten, Ordnungsämter, Kindertagesstätten, einiger Krankenhäuser, möglicherweise auch für BVG und Wasserwerke und – für die Polizei: Die Ordnungshüter wollen insgesamt 48 Stunden, von Dienstagmorgen bis Donnerstagabend (mit einer zwölfstündigen Unterbrechung am Mittwoch) streiken. Es ist das erste Mal, dass die Polizisten länger streiken als ein paar Stunden.

Unwillkürlich muss ich an Steven Pinker denken, der – sinngemäß wiedergegeben nach Richard Dawkins – von einem Streik der Polizei von Montreal am 17. Oktober 1969 Folgendes berichtet:

Nachdem der Streik der Ordnungshüter um 8 Uhr offiziell begonnen hatte, wurde um 11 Uhr 20 die erste von insgesamt sechs Banken ausgeraubt. Die Geschäfte schlossen aus Angst vor Plünderungen. Ein Hauptkomissar wurde erschossen; Angestellte eines Taxiunternehmens setzten die Garage einer Konkurrenzfirma in Brand; Restaurants und Hotels wurden überfallen. Am Ende des Tages war ein Sachschaden von allein drei Millionen Dollar entstanden.

Man kann wohl davon ausgehen, dass die anschließenden Tarifverhandlungen kurz und – für die Polizisten – äußerst erfolgreich waren. Ob es in Berlin ähnlich laufen wird?

Vielleicht hätte man in dieser Woche einen Kurzurlaub planen sollen … ;-)

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Autor: Daniel

Riesige Werbeplakate von Bushido und Ebay thronen über einem trostlosen Bild: Der einstige Dreh- und Angelpunkt des Berliner Westens verkommt seit dem Fahrplanwechsel 2006 immer mehr.

Bahnhof Zoo © flickr / solarikon

Die damalige Neustrukturierung bewirkte, dass nur noch Regional- und S- Bahnen am Zoologischen Garten halten. Die für den Fahrgastverkehr so wichtigen ICE- Züge wurden unter anderem auf den neu errichteten Hauptbahnhof umgeleitet. Jetzt halten nur noch Nachtzüge der Deutschen Bahn in Berlin Zoo.

Die Folge davon – ein massiver Rückgang der Besucherzahlen in den letzten zwei Jahren.
Berlin Bahnhof Zoo Bettlerin © flickr / malidinapoli Mit sinkendem Umsatz kommt ein wechselndes Publikum. Die 90er Jahre hatten vergessen gemacht, dass die Vergangenheit des S- Bahnhofs Zoologischer Garten alles andere als schön ist: Schon vor zwanzig Jahren war ein Tiefpunkt erreicht, der Bahnhof präsentierte sich als Treffpunkt der Drogen- und Strich- Szene.

Auch wenn dieser Aspekt nie ganz verschwunden ist, in der Rolle als zentraler Anlaufpunkt imU Bahnhof Zoo © flickr / solar ikon wiedervereinigten Westberlin überwogen andere Facetten des Bahnhofs. Jetzt zeichnet sich eine Rückkehr zu alten Übeln ab. Es ist dreckig wie noch nie. Trotz Rauchverbot überall Kippenstummel. Menschen schlafen auf Zeitungen. Die wenigen Ordnungskräfte sind eher überfordert als hilfreich. Es riecht nach Erbrochenem. Ein Ort, den man am liebsten ganz schnell wieder verlässt.

Die Bahn hat Umstrukturierungen versprochen. Das Plakat mit dem Maulwurf ist im Vergleich zur überdimensionalen Werbung ziemlich klein, es redet davon, dass alles besser wird. Konkrete Änderungen vermisst man aber. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Bahnhof wieder erholt.

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BVG: Erneute Streiks

Kategorie: Wirtschaft
12. Februar 2008
Autor: Christophe

Berlin S-Bahn © flickr / newbie293

Verdi hat für morgen erneute Arbeitsniederlegungen angekündigt.

Laut “Tagesspiegel” soll für rund 10 Stunden gestreikt werden. Allerdings räumte die Gewerkschaft gleichzeitig ein, vorerst nur Bereiche bestreiken zu wollen, die den Fahrgast nicht unmittelbar beträfen – etwa Werkstätten.

Damit reagiert Verdi auf ein erstes Angebot von Arbeitgeberseite, welches zwar eine geringe Gehaltserhöhung für alle Beschäftigten vorsah, in Gewerkschaftskreisen aber bereits kurz nach der Veröffentlichung als “Mogelpackung” bezeichnet worden war.

Wer ein Omelette machen will, muss bekanntlich Eier zerschlagen; und das chirurgische Werkstätten-Bestreiken der Gewerkschaft wird nicht ganz ohne Beeinträchtigung des normalen Fahrgastverkehrs vonstatten gehen – soviel ist klar. Inwiefern aber Busse oder U-Bahnen im Großraum Berlin ausfallen werden – und welche Linien – ist bisher noch nicht bekannt. Vorläufig versichert die Gewerkschaft, es werden zwar nicht alle öffentlichen Verkehrsmittel fahren, aber doch die meisten.

Verdi befindet sich seit dem 17. Januar in Tarifverhandlungen. Vor knapp zwei Wochen war es erstmals zu Warnstreiks in Berlin gekommen. Mit den für morgen angesetzten Arbeitsausständen möchte die Gewerkschaft laut eigenem Bekunden ihre Verhandlungsposition unterstreichen. Waidmanns Heil.

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Autor: Riko

Die Zeit der Bescheidenheit scheint endlich vorüber, müssen sich die Gewerkschaften in den letzten Wochen gedacht haben. Der deutschen Wirtschaft geht es nach Jahren der Rezession endlich wieder besser und die Arbeitnehmer müssen davon profitieren. Eigentlich kein schlechter Ansatz, aber wenn dafür ein anderer Teil der Arbeitnehmerschaft nicht zur Arbeitsstelle kommt, weil die Forderungen mit einem Streik durchgesetzt werden müssen, dann kann dies auch nicht sein.

Insbesondere der Berliner hat unter diesen Streiks besonders zu leiden. Erst im vergangenen Jahr haben wir geduldig den Streik der Lokführer über uns ergehen lassen, auch wenn dies bedeutete in voll besetzten U-Bahn keinen Platz zu finden, stundenlang auf irgendwelchen Bahnhöfen rumzustehen und ohne Informationen durch die Stadt zu hetzen. Hier hätte man an Stelle der Bahn auch neue Stellenangebote in Berlin schaffen können, um wenigstens die Informationsarmut zu beheben. Statt den Unmut der Fahrgäste zu spüren, wurden diese sogar mit Sympathiebekundungen überhäuft und zum Weitermachen animiert. Am Ende stand der Erfolg, weil ganz Berlin zusammen gehalten hat. Und nun, denkt sich Verdi, das Ganze ließe sich doch bei der BVG wiederholen, weshalb man eigentlich einen Streik für Samstag angekündigt hatte. Aber nein, der Überraschungseffekt wurde noch einmal erhöht, weil man beschlossen hatte, schon einen Tag früher in den Streik zu treten. Das Verkehrschaos am Freitagmorgen kann sich nun jeder vorstellen… Ich bin eigentlich ein großer Anhänger der Öffentlichen Verkehrsmittel, weil sie jeden Tag etwas Neues zu Tage befördern, aber man hätte den Berlinern erst einmal Zeit geben müssen, den Streik der Lokführer zu verdauen. Ehrlich gesagt – kein guter Schachzug der BVG, die für diese Aktion wohl kaum noch so viel Sympathie ernten dürfte.

Und weil natürlich nicht nur eine Gewerkschaft zum Streik aufgerufen hat, sondern gleich vier, darf man gespannt sein, inwieweit das eigene Leben noch selbst gestaltet werden kann. Anscheinend scheinen überall genügend Stellenangebote vorhanden zu sein, denn nicht jeder Arbeitnehmer ist zum Streiken berechtigt und muss mit einer eventuellen Kündigung rechnen. Zu den Streikenden gehören übrigens Vattenfall, also nicht wundern, wenn es keinen Strom geben sollte, die Stahlindustrie und der Einzelhandel. Na, dann viel Erfolg!

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Autor: Riko

Infotainment in der Berliner U-Bahn

Das Fahren in der Berliner U-Bahn kann durchaus unterhaltsam sein. Wenn man nicht gerade Milieu-Studien anhand seiner Mitfahrer betreibt, kann man auf kleinen Bildschirmen sich über die Ereignisse des Tages informieren.

Da dies aber nicht immer sonderlich unterhaltsam ist, haben sich die Verantwortlichen gedacht, dort ein Kurzfilm-Festival zu kreieren, welches am heutigen Tage beginnt. Bei „Going Underground“, so heißt das Festival in der U-Bahn“ werden Kurzgeschichten gezeigt, von denen die erfolgreichsten am 6.Februar im Postbahnhof geehrt werden. Abstimmen kann der geneigte „U-Bahn-Fahrer“ im Internet unter gleichnamiger Adresse.

Monitore in den U-BahnenDie einzelnen Kurzgeschichten sind äußerst unterhaltsam und von internationalen Künstlern erstellt worden. Jede von ihnen überrascht den Zuschauer durch jede Menge Kreativität sowie ein unerwartetes Ende. So handelt es bei der Arbeit von Konstantin Biryukov um eine animierte Geschichte „Game.exe“ von einem Jungen und seinen Hund, die sich mit dem Thema Computerspielen auseinander setzen. Besonders lustig ist die Kurzgeschichte von Darren Smith „Taking the biscuit“. Eine junge Frau kauft sich eine Packung Kekse und beginnt mit ihrem Gegenüber ein Wettessen um diese Kekse. Auf welch unterhaltsame Weise die Geschichte zu Ende geht, muss man sich schon selbst in der U-Bahn oder im Internet anschauen. Insgesamt wurden 14 Filme ausgewählt, die dann in den U-Bahnen zu sehen sind.

Endlich mal eine wirklich gute Idee der BVG, die wahrscheinlich in den nächsten Tagen jede Menge Zuspruch gebrauchen kann, wenn sie wie angekündigt am Wochenende in den Streik tritt.

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Autor: Christophe

Davon, dass die BVG sich mal wieder in Tarifverhandlungen mit Verdi befindet, haben wir ja schon berichtet. Davon, wie hoffnungslos der Fall ist, aber nicht: Verdi fordert rund acht Prozent – im Vergleich zu unserem früheren Eintrag haben sie ihre Forderungen bereits angepasst – mehr Lohn von einem Unternehmen, das mit schlappen 750 Millionen in der Kreide steht. Sollte die BVG sich bis Donnerstagabend nicht auf die Gewerkschaftsforderungen zubewegen, droht Verdi für kommenden Samstag mit Streiks im Berliner Bus-, Bahn- und U-Bahn-Verkehr.

Ich würde mir für Samstag jedenfalls nichts Besonderes vornehmen; allenfalls einen ruhigen, entspannten Nachmittag mit ein paar Filmen aus der Videothek – die ist nämlich gleich um die Ecke.

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BVG in Tarifverhandlungen

Kategorie: Politik
17. Januar 2008
Autor: Christophe

Heute beginnen die Tarifverhandlungen von BVG und Berlin Transport mit den Arbeitgeberverbänden.

Verdi fordert rund 12% mehr Lohn, mindestens aber ein Plus von 250 Euro monatlich. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Arbeitgeberverband ohne Weiteres unserer Forderung zustimmen wird“, erklärte Verhandlungsführer Frank Bäsler. Er vertritt in den Tarifverhandlungen rund 11.500 Angestellte. Die zweite Verhandlungsrunde soll in zwei Wochen stattfinden. Ab diesem Zeitpunkt räumt Bäsler die Möglichkeit von Warnstreiks ausdrücklich ein. Man kann wohl davon ausgehen, dass der erfolgreiche Arbeitskampf der Gewerkschaft deutscher Lokführer (GDL) auch bei anderen Arbeitnehmerverbänden den Kampfgeist geweckt hat.

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