» Vermischtes

Knut hat Geburtstag

Kategorie: Vermischtes
5. Dezember 2007
Autor: Christophe

Der weltberühmte Eisbär Knut hat heute Geburtstag. Wie die Zeitungen berichten, haben sich “Journalisten und Besucher aus aller Welt” zu dem Ereignis angemeldet.

Knut? Ein Frotteehandtuch?

Würde mich nicht wundern, wenn Jean-Luc Godard, der am Wochenende den Europäischen Filmpreis verschmäht hat, heute am Gehege auftaucht. Vermutlich wird auch Gabriele Pauli (ehemals CSU) vorbeirauschen und die versammelten Pressevertreter auffordern, sie zu interviewen, sie hat nämlich auch zu einjährigen Eisbären eine Meinung; möglicherweise möchte sie die Eisbärigkeit im Allgemeinen auf sieben Jahre beschränken. Ob Knut-Pate und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorbeikommt, um seinem Patenkind die Tatze zu schütteln, gilt als zweifelhaft – die Wärter würden möglicherweise den Problem- nicht mehr vom Knuddelbär unterscheiden können. Auch die Bundeskanzlerin kann sich ein Treffen mit dem beliebten Polarbären nicht leisten: Sie trifft jetzt überhaupt keine Exilanten mehr, das ist ihr zu heiß; man weiß schließlich nie, wie die Volksrepublik China reagiert.

Wer kommt denn? Nun, man rechnet mit diversen TV-Journalisten, die sich schon letztes Jahr über die Sommerpause retteten, indem sie Liveschaltungen aus dem Eisbärengehege sendeten. Im Zweifelsfall kann man den deutschen Zuschauer mit einem träge herumliegenden, überdimensionalen Frottee-Handtuch begeistern. Zoo-TV galt ja zwischendurch als der große Renner; inzwischen besinnt man sich auf die Liebesnöte alleinstehender Bauernkerls.

Übrigens hat der Berliner Zoo sich gut auf die Party vorbereitet: Der Direktor persönlich gedenkt, seinem Lieblingsklienten eine Torte mit gefrorenen Fischen zu überreichen. Anschließend sollte er das Gehege möglichst kurzfristig verlassen. Man sagt, Bären seien Raubtiere.

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Was wird aus Nummer 1?

Kategorie: Vermischtes
2. Dezember 2007
Autor: Christophe

Es raschelt wieder im Blätterwald rund um Problembär K. (1).

Als Lars und Tosca einander im Sommer ’99 kennenlernten, schien es die perfekte Beziehung. Der sechsjährige Draufgänger war erst vor Kurzem vor seinem gewalttätigen Vater Michi aus München nach Berlin geflohen. Die dreizehnjährige Tosca blickte damals schon auf eine wechselhafte Karriere zurück; sie war ein paar Jahre mit einem Wanderzirkus unterwegs gewesen. Eines führte zum Andern, Tosca war bald schwanger.

Die Geschichte von Tosca und ihren Kindern wurde in den Medien fast so erschöpfend dargestellt wie die Kinderpolitik der Bundesregierung. Die Tragödie um den kleinen K. hat ein glimpfliches, nicht unbedingt glückliches Ende gefunden; Nebendarsteller waren ein toter Eisbär und ein bärtiger, mütterlicher Tierpfleger. Und der Politbär Gabriel übernahm sogar die Patenschaft für das Ding vom Pol. Man hätte meinen können, dies sei das Ende der Geschichte.

Der Vater war bloß ausgeliehen

Aber dieser Tage ist der Bär wieder in diversen Blättern aufgetaucht, als bekannt wurde: Vater Lars war bloß ausgeliehen. Die Frucht seiner Lenden gehört dem, dem die Lenden gehören. Einem etwas frauenverachtenden Ausleih-Vertrag zurfolge hat Lars’ Heimatzoo Anspruch auf alle “ungeraden” Kinder (1,3,5,7, …), der Berliner Zoo muss sich mit den “geraden” (beispielsweise Nr. 2, tot) begnügen. Summa summarum: Knut gehört dem Zoo Neumünster.

Die (derzeit) Erziehungsberechtigten des Problembären winken lässig ab; eine Entscheidung über die Zukunft von Nr. 1 werde frühestens im Sommer getroffen. Vorerst bleibt das Polarding in Berlin. Ich kann gar nicht sagen, wie egal mir das ist.

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Wohnen in Berlin

Kategorie: Vermischtes
28. November 2007
Autor: Christophe

Sex, Yoga und der Mietspiegel

Ich wohne erst zwei Monate in Berlin, habe aber schon einige aufregende Mieter-Erfahrungen gemacht: Mir wurde Strom geklaut; meine Nachbarn hatten genussvoll Sex (möglicherweise haben sie auch einen Wellensittich erdrosselt); der kleine Junge unter uns übt regelmäßig Trompete; eine Frau hat mir einen Zettel in den Briefkasten gesteckt, da stand drauf, sie würde mich gerne hypnotisieren. Im Gegenzug dürfen meine Nachbarn teilhaben, wenn ich über den Staubsauger stolpere oder mir den Kopf an einem der tiefhängenden Regale stoße. Es ist halt alles ein bisschen eng – aber gemütlich: Wohnen in Berlin hat ganz eigene Qualitäten. Wenn ich Wein kaufen will, fahre ich eine Dreiviertelstunde U-Bahn; Bier bekomme ich an der Ecke, auch sonntagmorgens um sieben. Kürzlich habe ich gelesen, dass es auf dem Prenzlauer Berg Leute gibt, die ihre dreijährigen Kinder zum Yoga schicken. Wo ich wohne, in Neukölln, macht keiner Yoga; bei uns ist Hypnose schick.

Hausfassade in Kreuzberg

Was die Miethöhe betrifft, war ich positiv überrascht – im Schnitt sind Wohnungen in Berlin wesentlich günstiger als vergleichbare Mieten in der Rhein-Main-Region (da komme ich her). Das liegt, ich habe mich belehren lassen, am großen Wohnungsbestand. Man kann in jedem Bezirk erschwingliche Wohnungen finden. Wie es sich für eine gute Bundeshauptstadt gehört, spiegelt Berlin übrigens im Kleinen die Mieten der Bundesrepublik: Von 5,50 Euro pro Quadratmeter bis zu 10 Euro und mehr ist hier alles zu haben. Der Immobilienmarkt ist so heterogen wie die Leute, mit denen ich im Supermarkt in der Schlange stehe. Meine Freundin sagt, kein Wunder, Du hast ja auch eine große Nase, da ist ja automatisch jede Gruppe, in der Du Dich aufhälst, heterogen.

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Neues Museum zur DDR in Berlin

Kategorie: Vermischtes
27. November 2007
Autor: Christophe

Maik Schwolow (41) war eigentlich nur einer von – gelinde geschätzt – mehreren zehntausend Berlinern, die ihr Geld mit Wohnungsauflösungen verdienen. Wenn man die Bundeshauptstadt als Organismus betrachtet, dann sind Wohnungsauflöser die Verdauungsbakterien.

Aber Maik Schwolow ist nicht nur für Verdauung und Ausscheidung zuständig. Der Selbstständige möchte auch Bewahrenswertes aufheben. Die DDR hat es ihm besonders angetan.

Über die Jahre hat er ein ansehnliches Sammelsurium von Ost-Memorabilia zusammengetragen. Die Sachen lagerten zunächst in einer Halle. Eigentlich schade, dachte Schwolow und organisierte kurzerhand eine Ausstellung zum Alltag in der DDR.

Seit dem 1. November kann man sich für 4 Euro Eintritt im Carré am Alexanderplatz Original-Hängeregale, Sternradio-Geräte und die Illustrierte “Für Dich” angucken; der angeschlossene Souvenirshop bietet FDJ-Hemden und Ähnliches feil.

Einen Bildungsanspruch hat Kurator Schwolow indes nicht. Kein einziges Informationsschild setzt die Ausstellungsgegenstände in ihren historischen und politischen Kontext. Irgendwie macht das die Sache ziemlich fad. DDR-light sozusagen – die leichtverdauliche Variante dessen, was uns auch 18 Jahre nach dem Mauerfall noch Magenschmerzen bereitet. Wem’s gefällt.

Verklärte DDR.


    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Berlin hat zwei Hunde

Kategorie: Vermischtes
19. November 2007
Autor: Christophe

Nach dem Zweitauto, der Zweitfrau und dem Zweitjob entdecken beängstigend viele Berliner jetzt den Zweithund. Das macht mich nervös. Besonders in Hinblick auf die möglichen Motive der Hundehalter:

“Naja – Jogger haben doch auch zwei Waden, oder?”

“Je kleiner die Wohnung, desto mehr Hunde passen rein!”

Einschlägige Internetseiten und Hundetauschbörsen schützen gelegentlich auch die Sorgepflicht der Hundebesitzer vor: Diese suchen einen “hundlichen Freund” für ihren “Ersthund”. Um “hundlich” zu schreiben, muss man ganz schön auf selbigen gekommen sein, würde ich sagen.

108.509 Hunde waren im Dezember 2006 in der Bundeshauptstadt gemeldet. Bei rund 3,5 Millionen Menschen. 35 zu 1 finde ich ein gutes Mensch-Hund-Verhältnis. Zumal die Hunde, auf ihre gemeine Art und Weise, die Bürgersteige und Straßen ohnehin dominieren.

Zuviele hundliche Mitbürger könnten unser menschliches Zusammenleben doch recht anstrengend machen. Schon allein, weil ich nie mehr erhobenen Hauptes durch Neuköllner Straßen laufen könnte, sondern ständig konzentriert auf die nächsten Meter Bürgersteig starren müsste.

Sie kommen. Immer öfter im Doppel.

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Berlin-Hype in New York

Kategorie: Vermischtes
16. November 2007
Autor: Christophe

New York begeistert sich für Berlin.

In New York geht seit einiger Zeit das Berlin-Fieber um – seien es Konzerte der Berliner Philharmonie, Fassbinders “Berlin Alexanderplatz”, Chansonabende mit Max Raabe, das Festival “Berlin in Lights” oder Verkaufsaustellungen junger Designer: Der “Big Apple” hat die deutsche Hauptstadt für sich entdeckt. Wowi wurde schon zu einer Berlin-Party in Manhattan eingeladen.

Die deutsche Hauptstadt ist chic. Während wir unsere ausgewaschenen “I love NY”-Shirts tragen, ist es in den fünf Stadtteilen der Ostküstenmetropole trendy, ein Stück Berliner Mauer als Briefbeschwerer zu benutzen.

Schon seit Monaten sind Veranstaltungen, die den Namen der Stadt im Titel tragen, in kürzester Zeit ausverkauft. Dabei ist Berlin für die meisten Amerikaner angeblich immer noch vor allem ein Symbol des Kalten Krieges. Aber New York ist ja bekanntlich in so mancher Hinsicht eine amerikanische Ausnahme.

Die junge Kunst- und Intellektuellenszene der Stadt lockt viele Kreative aus Übersee. Der Galerist Ellie Barnes weist im Interview darauf hin, dass er in Berlin eine weit lebendigere und vielfältigere Kunstszene erlebe als in New York.

Wie lange wird es dauern, ehe Berlin dem eigenen Hype erliegt? Irgendwann wird’s keine Handwerker mehr geben in dieser Stadt, nur noch Designer …

    [...mehr]


Loading ... Loading ...
Autor: Christophe

David Lynch. Filmemacher und Prophet.

Man kann zu dem Filmemacher David Lynch stehen, wie man will. Seine Filme, allen voran der elegant-abgründige “Blue Velvet” und die bizarre Märchencollage “Wild at Heart”, sind die cineastischen Visionen eines Exzentrikers. Das ist nicht jedermanns Geschmack und muss es auch nicht sein; Filme sind Kunst, und die ist per se individuell.

Empörung ist allerdings angebracht, wann immer ein Prominenter seine Popularität nutzt, um eine persönliche Weltanschauung zu propagieren. David Lynch hat dieser Tage den Bau einer Universität für “Transzendentale Meditation” in Charlottenburg angekündigt.

Der amerikanische Regisseur praktiziert laut eigener Aussage seit 1973 die “Transzendentale Meditation”, wie sie von Maharishi Mahesh Yogi gelehrt wird. Darin sind Elemente der traditionellen buddhistischen Meditationstechniken mit hinduistischer Folklore und naiver Wundergläubigkeit verknüpft. Seit den Sechzigern bietet Maharishis Organisation auch in Deutschland kostenpflichtige Kurse und Schulungen an. Aktuell geht man von rund 10.000 TM-Aktiven aus. Obwohl der Bundesverband Sektenberatung ausdrücklich vor der Organisation warnt, ziert sich die Bundesregierung, sie klar als Sekte zu bezeichnen. Der Bau der “Universität des unbesiegbaren Deutschland” wird von der “David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace” finanziert, die sich zu Maharishis Lehre bekennt.

Lynch, den Frankreichs Präsident Sarkozy in diesem Jahr zum Offizier der Ehrenlegion machte, reiht sich jetzt in die unrühmliche Reihe von Hollywood-Größen ein, die ihre Popularität missbrauchen, um persönliche religiöse Ansichten zu verbreiten.

Gerade erst wurde lautstark dagegen protestiert, dass der Scientologe Tom Cruise den Hitler-Attentäter Stauffenberg darstellt. Man kann nur hoffen, dass das zweifelhafte Vorhaben Lynchs in Berlin auf ähnliche Empörung stößt.

Der Teufelsberg in Charlottenburg. Hier soll die “Universität des unbesiegbaren Deutschland” entstehen.

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Einheitsdenkmal in Berlin

Kategorie: Vermischtes
9. November 2007
Autor: Berlinfreund

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls im Jahr 2009 soll ein Denkmal sowohl an die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR als auch an den Fall der Mauer 1889 erinnern. Auch Leipzig war ins die Standort-Diskussion eingebracht worden.

Wie der Bundestag jetzt nach einer Debatte entschied, soll die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Stadt Berlin einen Platz für das nationale Denkmal suchen, dass dann am 9. November 2009 eingeweiht werden soll. Einwände hatte es vor allem von der Fraktion der Grünen gegeben, die für eine breitere gesellschaftliche Diskussion über das mögliche Denkmal, seinen Aufstellungsort und seine Umsetzung plädiert hatten.

Einen möglichen Vorschlag für ein Einheitsdenkmal gibt es bereits auch schon: Unabhängig von der Bundestagsdebatte hatte die Stiftung Aufarbeitung zum Jahrestag des Mauerfalls einen Ideen-Wettbewerb initiiert, dessen Preisträgerin nun feststeht. Gewonnen hat der Entwurf der Studentin der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, Bernadette Boebel, deren gewundene geometrische Rohrskulptur aus den richtigen Blickwinkeln einen Ring bildet.

Abzuwarten bleibt, wo welcher Entwurf letztendlich umgesetzt wird – und ob auch er einmal zu den Berliner Sehenswürdigkeiten zählt.

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

JazzFest Berlin

Kategorie: Vermischtes
27. Oktober 2007
Autor: Christophe

JazzFest Logo © BerlinerFestspiele.deDas JazzFest Berlin, welches von den Berliner Festspielen ausgerichtete wird, findet zum bereits 43. mal findet statt.Vom 31. – 04. Oktober kann man sich im Haus der Berliner Festspiele, im A-Trane, in der Kulturbrauerei und im Quaismodo das europäische Jazz Highlight anhören und ansehen. Neben Michael Moore und Ray Anderson gibt es dieses Jahr eine kleine Besonderheit, die Eröffung von El Gusto. Die algerische Musikergruppe spielt die Chaabi-Musik oder auch den sogenannten Blues des Ostens. Diese Musik entstand im Armenviertel von Algier im 19. Jahrhundert und wird von Moslems und Juden zusammen gespielt und wird deshalb als Besonderheit angesehen.
Die Kartenpreise reichen von 12 Euro und gehen hoch bis auf 80 Euro für alle Veranstaltungen zusammen. Es spielen dieses Jahr neben anderen: Hadouk Trio, Klima Kalima, Brasileirinho Ao Vivo und Johnny la Marama.
Hier gibt es eine Liste aller Musiker für 2007

    [...mehr]


Loading ... Loading ...

Mit dem Fahrrad in Berlin

Kategorie: Vermischtes
24. Oktober 2007
Autor: Christophe

Fahrrad BerlinFahrradfahren in Berlin bietet eigentlich nur Vorteile. Es ist umweltfreundlich, sehr gesund für den Körper (abgesehen von den Abgasen) und man ist wirklich flexibel. Wie jede Großstadt, hat auch Berlin mit einem Parkplatz- und Stauproblem zu kämpfen. Als Radler kann man da nur grinsen, ist man doch meistens schneller als die Autos und man spart zudem sich die ewige Parkplatzsuche. Je nachdem, von wo aus man fährt und wie zügig, ist auch alles recht schnell zu erreichen. Da Berlin im Vergleich zu anderen Städten auch ziemlich eben ist, muss man sich auch nicht endlos irgendwelche Hügel hinauf kämpfen.

Abgesehen von schlechten Wetter, sind die störenden Autos meiner Meinung nach der einzige Nachteil beim Radeln. Wie schon erwähnt stören die Abgase teilweise, was jedoch am meisten stört, ist die rücksichtslose Fahrweise so mancher Autofahrer. Man nähert sich einer Kreuzung und plötzlich steht ein Auto auf dem Fahrradweg. Man verliert nicht nur seine Fahrtenergie, sondern wird auch noch böse angeguckt oder sogar beschimpft. DB Fahrrad © Flickr.comAber da Sport ja glücklich macht und Radfahren Sport ist, lässt man sich davon nicht runterziehen und lacht eventuell beim nächsten dicken Stau dem gleichen Fahrer ins Gesicht. Wer zu Besuch in Berlin ist, kann sich auch von der Deutschen Bahn Fahrräder ausleihen. Die DB-Räder sieht man in den Szene-Bezirken überall herum stehen. Ein Anruf genügt und schon ist das Fahrrad zeitweise im neuen Besitz. Auf das alle Fahrradfahren! =]

    [...mehr]


Loading ... Loading ...
Seite 16 von 17« Start...«1314151617»